Manesse Klavierquartett
Isabel Bösch, Klavier
Antonia Ruesch, Violine
Brigitte Maier, Viola
Sibylle Bremi, Violoncello
Das Klavierquartett begeistert mit leidenschaftlicher Kammermusik und innovativen Programmen, die besondere thematische Schwerpunkte setzen. Ein zentrales Anliegen ist die Würdigung von Frauen in der Musik – mit Werken vergessener Komponistinnen und außergewöhnlichen Kompositionen jenseits des gängigen Repertoires. Durch die Verbindung von expressivem Spiel und spannender Programmgestaltung erschaffen sie einzigartige Konzerterlebnisse, die sowohl vertraute als auch ungehörte Klangwelten erlebbar machen. Mit stilistischer Vielfalt und tiefem musikalischen Verständnis laden sie ihr Publikum ein, Kammermusik in neuer Intensität zu entdecken
Programm 2025
„Frisch gewagt ist halb gewonnen“
Frisch gewagt ist halb gewonnen – Mit diesen Worten reichte Emilie Mayer ein Werk zu einem Kompositionswettbewerb ein, bei welchem die Teilnahme, also auch das Geschlecht der Teilnehmer, anonym war – das war eine Chance für Emilie Mayer, welche ihr musikalische Tore öffnete. Sie konnte als unverheiratete Komponistin ihren Lebensunterhalt verdienen. Emilie Mayer – in ihrer Zeit als weiblicher Beethoven tituliert- war damals anerkannt und vielgespielt. Ganz anders bei Fanny Mendelssohn-Hensel. Mit einer Begabung geboren, welche der ihres Bruders Felix gleichzusetzen war, war es in ihrer Familie klar, welche Bestimmung eine Frau hatte: Heirat, Haushalt und Kinder. Die Musik gereichte einer Frau nur zur Zierde. Fanny stand im Schatten ihres Bruders. Ihre Werke wurden an den Sonntagsmusiken, welche sie veranstaltete, gespielt und verschwanden danach in der Schublade.
Frauen als Komponistinnen waren in der Zeit etwas Ungewöhnliches, da die Gesellschaft etwas anderes vorgab. Ihre Werke wurden meist nur im kleinen Rahmen gespielt und nach ihrem Tod gerieten ihre Werke in Vergessenheit. Heute dürfen wir sie, wie einen versunkenen Schatz, wiederbeleben und dabei erkennen, dass es neben den grossen männlichen Komponisten dieser Zeit auch fantastische weibliche Komponistinnen gab.
Fanny Mendelssohn Hensel (1805-1847)
Klavierquartett in As-Dur (1822)
Allegro moderato
Larghetto
Tempo di Menuetto
Emilie Mayer (1812-1883)
Klavierquartett in G-Dur (1860)
Andante-Allegro
Adagio
Scherzo
Allegro
Konzerte
Mittwoch, 19. Februar 2025, 12:15, Kirche St Laurenzen, St.Gallen
Donnerstag, 20. März 2025, 19.00 Uhr, Hauskonzert Stella Maris, Rorschach
Mittwoch, 29. Oktober 2025 19:00, Stadthaus St. Gallen
Programm 2026
„aber nachts“
Wir stellen das Klavierquartett in B-Dur von Mel Bonis, einer Komponistin aus dem französischen Impressionismus, der Auftragskomposition «aber nachts» von Daniel R. Schneider gegenüber. Fragestellungen sind: Gibt es eine weibliche/männliche Art des Komponierens? Sind diese Eigenheiten möglicherweise auch der Zeit geschuldet, in welcher die Komposition entstand? Gibt es spezifische musikalische Merkmale, die als „weiblich“ oder „männlich“ wahrgenommen werden? Die Frage, ob es geschlechtsspezifische Unterschiede im Kompositionsstil gibt, ist komplex und bislang wenig erforscht. Unser Projekt versucht sich dieser Frage in musikalischer Form anzunähern.
Mel Bonis
Klavierquartett in B-dur op. 69 (1905)
– Moderato
– Intermezzo: Allegretto tranquillo
– Andante
– Finale: Allegro ma non troppo
Daniel R. Schneider
„aber nachts“, Klavierquartett (2025)
Konzerte
Mittwoch, 6. Mai 2026, 19:30, Musiksaal Kantonsschule Wil (SG)
Samstag, 30. Mai 2026, 19:30, Altes Stadthaus, Winterthur
Sonntag, 7. Juni 2026, 11:00, Musikzentrum St. Gallen